WIE SAND AM MEER?


Denk ich an Sand, denk ich an Sommer, denk ich an Sommer, denk ich an Strand und Badezeit am Meer. Schön am Strand auf dem feinen Sand liegen, so lässt es sich aushalten. Man kann Burgen und Staudämme bauen, oder einfach nur über den feinen Sandstrand spazieren gehen.

Ich finde Sand ist ein tolles Element, solange man es nicht in den Mund bekommt, denn da knirscht es gemein zwischen den Zähnen.

Und allein bei dem Gedanken bekomme ich eine Gänsehaut, und es werden Erinnerungen wach an die ersten Sandkastenspiele. Ich erinnere mich immer wieder gerne an meine Kindheit und unsere Familienurlaube in England an schönen Küstenstränden in Wales. In faszinierender Erinnerung geblieben ist mir der Strand mit dem Namen „Whistling Sands“ (deutsch: pfeifende Sande) in der Bucht Porth Oer (Porthor) nahe dem Ort Aberdaron. Wenn man bei warmen Temperaturen über den feinen, trockenen Sand stampft oder schlurft und die von der Brandung besonders geformten Sandkörner aneinander reiben, entsteht ein deutlicher Pfeifton.

In vielen Großstädten wie Hamburg, Düsseldorf oder Berlin gibt es Sandkasten für Erwachsene, es handelt sich um künstlich angelegte Beachclubs mit Strandkörben, die zum Relaxen einladen, und mit jeder Menge Sand, jeweils ca. 30 Tonnen, für das perfekte Strandfeeling aufgefüllt werden.

Für die Sportlichen unter uns gibt es coole Indoor-Sandplätze, auf denen man unter anderem Beachvolleyball, Beach-Speedminton, Beachhandball, Beachsoccer, Beach-Touch-Rugby, Beachtennis und Beach Ultimate-Frisbee spielen kann.

Sand ist ein natürlich vorkommendes, unverfestigtes Sediment, das sich überwiegend aus Mineralkörnern mit einer Korngröße von 0,063 bis 2 mm zusammensetzt. Sand ist das Ergebnis der physikalischen und chemischen Gesteinszerkleinerung mit unterschiedlicher Zusammensetzung und Farbe. Sand, wie man ihn aus dem Alltag kennt, besteht hauptsächlich aus Quarz.
Einfach gesagt:
Sand ist zerriebenes Gestein. Manchmal vulkanischen Ursprungs, oft war aber der eigentlich extrem harte Granit das Ausgangsmaterial. Sand gibt es, so lange es Gestein auf der Erde gibt. Besondere Arten von Sand findet man vor allem an den Stränden der Südsee. Während unser Sand meist beigefarben ist, ist er dort strahlend weiß.

Das liegt daran, dass er oft aus Korallen-oder Muschelbruch besteht, deren Hauptbestandteil weißer Kalk ist. Zur Entstehung von Sand schreibt Wikipedia: Der erste Sand der Erdgeschichte entstand aus magmatischen und metamorphen Gesteinen (z.B. Granit oder Gneisen), die durch physikalische Verwitterung in kleinere Blöcke, oder, bedingt durch chemische Verwitterung entsprechend anfälliger Gesteinsbestandteile, direkt in einzelne Mineralkörner zerfielen. Solche Blöcke werden anfangs durch Schwerkraft, nachfolgend, bei nachlassendem Gefälle, vor allem durch Wasser, von ihrem Ursprungsort weg transportiert (Erosion).

Durch anhaltenden Wassertransport werden sie mehr oder weniger stark nach Größe und spezifischem Gewicht (abhängig vom Mineral, aus dem sie bestehen) sortiert, indem nach Unterschreiten einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit die größeren Blöcke abgesetzt werden und zurückbleiben, und nur noch Körner in Sandgröße, und darunter, weiter transportiert werden. Auch Wind kann Sand transportieren, hat aber aufgrund der geringeren Dichte von Luft generell eine stärkere Sortierwirkung und braucht überdies höhere Geschwindigkeiten.

Sobald sich die Strömungsgeschwindigkeit des Transportmediums weit genug verringert, setzen sich die Sandkörner ab. Das Ergebnis ist ein sandiges Sediment. Dieses kann bei Erhöhung der Strömungsgeschwindigkeit jedoch wieder in Bewegung geraten, also erodiert (abgetragen) werden.

Der Spruch, “Etwas gibt es wie Sand am Meer“, steht dafür, dass es etwas massenhaft auf der Welt gibt. Wenn es aber so weiter geht, muss es heißen: „Es gibt keinen Sand mehr am Meer“.

Sand ist auf Platz drei der wichtigsten Rohstoffe, nach Luft und Wasser. Sand ist ein großer Bestandteil in über zweihundert Nutzungsbereichen, enthalten in Leiterplatten, in Solarmodulen, in Computern, in Fernsehempfängern und in Telefonen. Bei der Jeansherstellung zum Ausbleichen, in der Pflanzenzucht, im Bremssystem der Züge, sowie zu 75% bei der Glasherstellung. Auch notwendig zur Herstellung von Farben, Klebstoffen, Keramik und Ziegeln. Auch in Lebensmitteln als (Siliciumdioxid E551), in Kosmetika, z.B. bei Peelings, in Putzmitteln, z.B. in Scheuermitteln zur Badreinigung, u.v.a.m.

Der meiste Sand wird jedoch für die Betonherstellung benötigt. Ich wusste nicht, dass Beton zu vierzig Prozent aus Sand besteht. Jährlich werden über vierzig Milliarden Tonnen Sand produziert, mit einem Jahresumsatz von siebzig Milliarden Dollar. Die Wochenzeitung Die Zeit geht davon aus, dass allein China in den zurückliegenden drei Jahren mehr Sand verarbeitet hat als Amerika im gesamten 20. Jahrhundert.

Mir war auch nicht bewusst, dass Sand ein zur Neige gehender Rohstoff ist, unserer Erde der Sand ausgeht, und sich deshalb durch den Handel mit Sand eine goldene Nase verdienen lässt. Mittlerweile haben sich in vielen Ländern mafiöse Strukturen entwickelt, die sich nicht um Gesetze scheren. Auch sind der Sandmafia die Folgen für die Umwelt egal.

Überall auf der Welt gehen Strände zurück, man schätzt, dass zwischen 75 und 90 Prozent von ihnen im Prozess sind, zu verschwinden. An den Küsten der Meere wird immer weniger Sand angeschwemmt. Das liegt daran, dass die Flüsse oft in betonierten Kanälen in die Meere münden. Das Wasser, und damit der mitgeführte Sand, schießt mit erheblicher Fließgeschwindigkeit ins Meer hinaus. Der Sand verteilt sich deshalb nicht mehr an den Küsten nahe der Flussmündungen.

Mittlerweile werden in vielen Urlaubsregionen Strände für die Urlauber aufgeschüttet. Allein in den USA wurden in den letzten Jahren 469 Strände mit Sand versorgt. Die Kosten dafür beliefen sich auf 3,7 Milliarden Dollar. Der Bedarf am Rohstoff Sand steigt stetig, vor allem in der Bauindustrie, und da sich z.B. Wüstensand nicht zur Betonherstellung eignet, hat die Bauindustrie jetzt sogar den Meeresboden im Visier. Der Abbau von mineralischen Rohstoffen im Ozean ist nicht neu. So fördern viele Staaten schon seit Jahren Sand und Kies aus dem Meer. Wie viel Sand und Kies aus dem Meer entnommen werden, lässt sich nur schwer schätzen, weil die Daten nicht zentral erfasst sind. Als größter Markt für Sand und Kies aus dem Meer gilt Europa.

Wenn der Sand abgesaugt oder abgegraben wird, wirkt sich das auf die Küstengebiete aus. Mikroorganismen (uneinheitliche Gruppe mikroskopisch kleiner Lebewesen) und Tiere werden getötet. Lebensräume werden zerstört, Strömungen verändern sich und gefährden die Existenzgrundlage der Menschen, die vom Meer leben.

Strände sind nicht nur für schöne Strandurlaube da. Strände schützen das Hinterland vor der Kraft des Meeres. Wasser, Öl, Gas und seltene Erden - das sind Ressourcen, von denen wir inzwischen wissen, dass wir sorgsam damit umgehen müssen, da sie nicht unendlich vorhanden sind. Jetzt ist die Ressource Sand auch noch dazugekommen.

„Wer Spuren im Sand hinterlassen will, muss aufstehen und gehen.“

Euer Oliver