Ausgabe
April 2013

Doppelausgabe


Dieser Artikel von Manu steht in der Ausgabe April 2013






FRÜHSTÜCK IN DEN VIGELIUS-SCHULEN I UND II



Hallo liebe Leser/innen, wie versprochen werde ich Ihnen heute etwas von den Vigelius-Schulen in Freiburg berichten, die im Stadtteil Haslach liegen. Zu dem Namen kamen sie durch den Namensträger Emil Vigelius, der 25 Jahre lang, von 1879-1904, evangelischer Pfarrer in Haslach war und Initiator dafür, dass Haslach 1889 nach Freiburg eingemeindet wurde.

Waage Manu & Ella Putzker

Ich selbst sah eine Anzeige aus dem Haslacher Netz, in der ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht wurden, das war 2006, und so kam ich als Jugendbegleiterin an die Vigelius-Schulen.

Damals kam das Essen noch auf Rädern und wurde in einem Klassenzimmer zu sich genommen. Meine Aufgabe war es, die verschiedenen Menüs auszugeben, aber heute gibt es eine große Mensa für die Schüler.

Und es gibt noch eine Veränderung, aus der bisherigen Werkrealschule II ist nun eine Gemeinschaftsschule geworden, Beginn Schuljahr 2013/14.
Mehr darüber können Sie hier unter dem Webangebot der Vigelius-Grundschule erfahren.

Nun möchte ich Ihnen noch ein Projekt vorstellen, das mir besonders am Herzen liegt. Das ist das Frühstück an der Schule und dazu gibt es auch eine kleine Entstehungsgeschichte.

Anfang Februar 2008 wurde ich gefragt, ob ich nicht Interesse daran hätte, mitzumachen bei dem Versuch, auch Frühstück anzubieten. Da ich kein Problem damit habe, früh aufzustehen, sagte ich spontan zu und war begeistert von der Idee.

Durch Frau Daniela Schnitzler vom Kinderschutzbund, die Freiburger Tafel, die Schulsozialarbeiterinnen vom DRK, die Rektorinnen, sowie die Unterstützung der Otto-Chelius Stiftung und die Wilhelm-Oberle Stiftung wurde entschieden, das Frühstück in die Tat umzusetzen.

Der Startschuss fiel am 15.04.2008, an einem Dienstagmorgen, um 7.15 bis 7.45 Uhr, und am Anfang war der Andrang nicht gerade groß. Unterstützt wurde ich dabei von zwei Damen, die beide schon nach einiger Zeit aus privaten Gründen aufhören mussten.

Eisern hielt ich erst mal alleine die Stellung, da einige Kinder ja schon regelmäßig kamen, und wie man sieht, hat es sich gelohnt. Ab 2009 kamen dann Ella Putzker (siehe Foto oben rechts) und Herr Martin zu meiner Unterstützung dazu und noch eine Frau, die aber aus gesundheitlichen Gründe wieder aufgehört hat.

Wir waren sofort ein tolles Team, was auch die Kinder merken, denn sie fühlen sich sehr wohl und sagen uns das auch, und da wir im Wechsel arbeiten, bringt das auch etwas Abwechslung mit sich.

Der Nachbar von Herrn Martin, Herr Bruder, ist ehrenamtlich bei der Tafel tätig und versorgt uns mit Brot, Milch, Obst, Müsli, Wurst und was er sonst noch Leckeres ergattern kann. Sehr beliebt sind die Joghurts, die uns Herr Bruder besorgt, denn da ist nicht immer drin, was drauf steht, und es ist immer wieder spannend, welchen Inhalt sie haben – ist es Kirsche oder Erdbeere oder doch etwas anderes?

Waage Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 7.00-7.45 Uhr

Deshalb wurden sie von den Kindern „Überraschungsjoghurts“ getauft. Nun sind es schon fünf Jahre, und aus einem Tag sind nun bereits drei Tage in der Woche geworden.

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 7.00-7.45 Uhr.

Das Frühstück kostet 30 Cent, die dafür verwendet werden, um Sachen zu besorgen, die es bei der Tafel nicht so oft gibt.

Z. B. Kakao oder Nutella – unsere Nr.1 als Brotbelag – oder mal etwas Besonderes, das sich die Kinder wünschen.

Wir haben so im Durchschnitt 8-10 Kinder, mal mehr, mal weniger, und was so toll ist, ist, dass die Grund- und Hauptschüler zusammen sitzen und gemeinsam frühstücken wie in einer großen Familie, egal welcher Nationalität.

Einige unserer Schüler sind schon sehr früh an der Schule, aus verschiedensten Gründen und haben so die Gelegenheit, bei einem Frühstück noch etwas auszuspannen oder sich zu unterhalten, statt vor der Schule warten zu müssen.Natürlich haben wir alle auch sehr viel Spaß dabei, oder sind aufmerksam, wenn wir merken, dass es einem Kind nicht gut geht, denn uns wird großes Vertrauen entgegen gebracht von unseren kleinen Gästen.

Manchmal kommen auch Kinder, die kein Geld dabei haben, und natürlich werden die nicht mit leerem Magen weggeschickt. Wir werden auch öfters gefragt, warum es nicht jeden Tag Frühstück gibt, aber das geht leider aus finanziellen Gründen nicht.

Schade, dass es keine Möglichkeit gibt, aus meiner ehrenamtlichen Mitarbeit eine bezahlte, geringfügige Beschäftigung zu machen, weil sich die Schule das nicht leisten kann. Dabei wäre das ideal für mich, da ich zu den Kids einen sehr guten Draht habe und im Organisieren bin ich auch ganz gut, was ich schon einige Male beweisen konnte.

Auch sind wir im ständigen Kontakt mit den Schulsozialarbeiterinnen, um uns auszutauschen, und wenn es nach denen gehen würde, bekäme ich sofort ein „Ja“, um das Frühstück die ganze Woche über machen zu können. Vielleicht findet sich auf diesem Wege ja ein Jobpate, der das Projekt Frühstück unterstützen und mir eine Chance geben möchte.

Mein Name ist Manuela, aber alle kennen mich eher unter dem Namen Manu, und ich verkaufe, neben meiner Tätigkeit an der Schule, zumeist vormittags FREIeBÜRGER am Realmarkt auf der Haid in St.Georgen.

Ich habe leider nirgends nähere Informationen über das Projekt Frühstück in der Vigelius-Schule gefunden, von daher müssten Sie sich,wenn Sie mehr darüber wissen wollen und ich Ihr Interesse geweckt haben sollte, an Herrn Kleinov vom Kinderschutzbund in der Kartäuserstraße wenden.

Nun wünsche ich Ihnen, uns, und allen, eine schöne Zeit und hoffe, dass die Sonne bald wieder scheint, und das Allerwichtigste: Gesundheit!
Manu

 

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