Über H. M. Schemske
Erfinder des Wolf Hammer und Mitbegründer des FREIeBÜRGER

Krimiautor


as Foto zeigt übrigens nicht den Krimihelden Wolf Hammer, sondern den Autor, H. M. Schemske, an einem Sommerabend in Breisach am Rhein. Er suchte den Autoschlüssel. Dass er Humor hat, wusste er gar nicht, erst durch die Beschäftigung mit dem Fortsetzungskrimi sei diese Begabung aufgetaucht, meint er schmunzelnd.

Wir sitzen in meinem Garten und lauschen auf das Geräusch des Bächleins. Nur Vögel quietschen, sonst ist es still. H. M. Schemske erzählt. Er ist ein zurückhaltender Mann, er steht nicht gerne im Vordergrund, zieht lieber die Fäden, ohne selbst zu agieren.

Wie kommt man dazu, einen Fortsetzungskrimi zu schreiben, weißt du das Ende schon?

"Das Schreiben ist zu zehn Prozent Inspiration, und zu neunzig Prozent Transpiration, antwortet er, und fährt fort, tatsächlich träume ich die Geschichten, wie einen Film, in Farbe, mit Ton. Dann brauche ich nur alles aufzuschreiben.
Aber das Unterbewusstsein lässt sich nicht betrügen, kein Fleiß, kein Preis, es versiegt, wenn ich nicht gut schreibe.
Ich habe die erste Folge in die Redaktion gebracht, und sie fand Anklang, nur wollte das Team den Roman mal lesen. Es gibt keinen Roman, sagte ich, muss das erst schreiben. Ulli, Micha, Carsten, alle waren überrascht. Aber sie druckten die Story.

Und ich konnte erst die Fortsetzung schreiben, sobald ich die Geschichte im FREIeBÜRGER gedruckt lesen konnte. So ist es bis heute geblieben, auch nachdem die erste abgeschlossene Geschichte unter demselben Titel, The Lazy Woman, als Buch erschienen ist."

H. M. Schemske lehnt sich zurück, schweigt.

"Wie war denn das, du hast ja den FREIeBÜRGER mit begründet, damals."

"Das war harte Arbeit," sagt er, und grinst. "Es ist jetzt sieben Jahre her, unglaublich. Meine Tochter war zu der Zeit sieben Jahre alt, als meine Frau mich rausgeschmissen hatte, ich litt sehr unter der Scheidung, hatte Angst um die Tochter, um meine Zukunft.
Ich kam zurück nach Freiburg, nach dreißig Jahren auf der Schwäbischen Alb.
Kein Haus, kein Auto, keine Wohnung.

KrimiautorIch traf Uwe, den Straßenphilosophen (bild rechts), unter den Arkaden des Kaufhof, wie er, diese schmale Gestalt, aufrecht auf seinem Rucksackklappsitz den Unbilden trotzte, und "Informationen gab oder suchte", wie es auf seinem handgemalten Schild stand.
Ich fragte ihn, was er wissen wollte. Wie eine Zeitung gemacht wird, kam es wie aus der Pistole geschossen aus seinen dünnen Lippen unter dem schütteren Bart hervor.
Was hast du für Material, fragte ich ihn, und Uwe zog einen Haufen zerfetzter und teils handbeschriebener Papiere hervor.
Das is` alles, meinte Uwe. Ich sagte, du brauchst das auf `ner Diskette. Uwe sagte, was iss'n `ne Diskette?

Am nächsten Tag brachte ich ihm das Material wieder, alles sauber ausgedruckt, und die versprochene Diskette zu seinem Platz am Kaufhof. Dann überraschte mich Uwe.
Er klappte sein Stühlchen zusammen und zog mich zur Pflasterstube. Redaktionssitzung, murmelte er geheimnisvoll. Und wirklich, alles saß beisammen, die Leute der ersten Stunde, ich bekam mehr Material, tippte dann diese und die nächsten drei Ausgaben der Zeitung auf meinem Laptop.
Ich brachte es ausgedruckt zum Treffpunkt, in der Katholischen Fachhochschule, weil die in den Gängen eine Steckdose hatte, denn der Laptop, ein 286er ohne Akku, brauchte so was.
Auf den Bänken klebten wir die Bögen zusammen, bevor wie sie zur Druckerei brachten.

Dieselbe Druckerei wie die Badische Zeitung, wir waren ganz stolz darauf, und sie druckten es im Voraus, es war abgemacht, dass wir nach dem Verkauf der ersten 3000 Exemplare die Druckkosten bezahlen würden.
Es dauerte lange, bevor die Zeitung ein Büro hatte, das erste war in der Wallstraße, und ein paar Mal half auch die Freiburger Internet-Firma Equinoxe aus, in deren Räumen das Layout gemacht wurde.
Aber auch hier kam der Schlepptop zum Einsatz, denn alles musste vom Word-Doc ins RTF-Format umgewandelt werden. Nie werde ich vergessen," sagt H. M. Schemske nachdenklich, "wie Uwe in der Fachhochschule vor dem Computer saß und seinen Bart raufte.


Krimis von M.H. Schemske

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Dass ich mal so was mache, hätte ich nicht gedacht, und tippte im Einfinger-Suchverfahren seine Glosse. Uwe hat durch die Zeitung Selbstvertrauen gewonnen und eine Zeitlang seine Alkoholprobleme überwunden.

Erst durch echten Stress, ausgerechnet durch den FREIeBÜRGER ausgelöst, und die großen inneren Schwierigkeiten, durch die Spielsucht eines Redakteurs, kam Uwe zurück zum Schnapsen, und er starb an Magendurchbruch auf der Platte vor dem Crash."

Du schreibst ja auch Sachbücher über ätherische Öle. Was mich da neugierig macht, warum nennst du dich eigentlich dort mit Initialen und schreibst deine Vornamen nicht aus?

"Das war so, mein erstes Buch schrieb ich, als meine Tochter noch klein war. Immer morgens von vier Uhr an, bis um Sieben das Kindlein krähte. Ich war Vollhausmann und es war mir stinklangweilig. Weil die ätherischen Öle eigentlich ein Frauenthema sind, meine ersten Vorträge hielt ich im Frauenhaus bei der Kinderbetreuung, wollte ich nicht als Mann erkennbar sein, um den Verkauf nicht zu hemmen.
Später hielt ich Vorträge über das Thema, in ganz Deutschland, stets waren Frauen interessiert, sie waren ganz überrascht, dass ein Mann den Vortrag hielt.
Mit den Vorträgen kam ich übrigens bis nach China, nach Hong Kong, und nach Taiwan.

Also zumindest die Beschreibung der Orte ist ganz wahr," versichert H. M Schemske mit einem Zwinkern.

Und mit der Esoterik, wie ist es damit?

"Das hat mich neulich meine Tochter auch gefragt," lacht der Autor. "Britney Spears, Kylie Minouge, diese ganzen Berühmtheiten, sie sind ja alle mal auf diesem Trip, mal auf jenem,mal auf diesen, das geht vom Joga bis zur Kabbala, kritisierte sie.
Ich meinte, die Überlieferung ist wahr, sagt William Blake.
Das hat sie überzeugt



Das Interview wurde von Claus Rohde geführt