Filmfestival

Legrand

Mehr Informationen erhalten Sie in dem Interview mit Frau Heindl vom Paritätische Wohlfahrtsverband, Kreisverband Freiburg, der die Städtekoordination für diese 10 Filme des Festivals nur für Freiburg übernommen hat.



INTERVIEW MIT AUGUSTIN LEGRAND


Warum haben Sie „Les enfants de Don Quichotte“ gegründet?

Wir haben „Les enfants de Don Quichotte“ im Oktober 2006 gegründet, um das Zeltlager in Paris zu bauen. Wir dachten, dass traditionelle Verbände, die mit öffentlichen Geldern gefördert werden, nicht so leicht zu bewegen sein würden, sich gegen die Behörden zu stellen. Wir haben die Ufer des Canal Saint-Martin besetzt, um den Bürgern die Möglichkeit zurückzugeben, sich für einen politischen Wandel zu engagieren.

Wie haben Sie Ihre Aktion vorbereitet?

Wir haben die Charta vom Canal Saint-Martin formuliert, um uns auf gemeinsame Prinzipien zu einigen. Diese Charta forderte das einklagbare Recht auf Wohnung sowie eine Änderung des Systems der Notunterkünfte.
Auf dieser Basis und in der Kommunikation mit anderen Verbänden konnten wir ermitteln, wie weit wir gehen durften und wann es Zeit war aufzuhören. Das war der Rahmen unserer Verhandlungen. Am 16. Dezember 2006 hat die Aktion begonnen, am 8. Januar hatten wir erreicht, dass ein einklagbares Recht auf Wohnung
und die Änderung der Situation der Notunterkünfte versprochen wurden.

Wie erklären Sie die Geschwindigkeit, mit der die Zugeständnisse gemacht wurden, die die Verbände schon seit Jahren forderten?

„Don Quichotte“ stehen für eine nachinstitutionelle Phase des zivilen Aktivismus. Ich glaube, dass heute mehr Pragmatismus und ehrenamtliche Tätigkeit nötig sind, und dass wir aufhören müssen, immer nur das Feuer zu löschen. Die Verbände dürfen nicht mehr die Feuermänner der sozialen Misere sein.

Nach unserer dreiwöchigen Aktion am Canal Saint-Martin wurde eine große Summe für Notunterkünfte und Wohnen bereitgestellt. Das klassische Lobbying konnte das nicht erreichen. Das System der Verbände wurde in Frankreich zu oft als Ersatz für gescheiterte Behörden gesehen. Gleichzeitig müssen die Verbände das Geld verwalten, das sie von den Behörden für ihre Arbeit bekommen. Wegen dieser Bindung verfügen sie nur über einen geringen Spielraum für Aktionen.

Welche Rolle spielten die Medien?

Während der Präsidentschaftswahlen war das Thema Kriminalität das zweitwichtigste für die Franzosen. Seitdem wir an die Öffentlichkeit gegangen sind, steht das Thema Wohnen an zweiter Stelle!

Das zeigt, dass medienwirksamer Druck die politische Welt zum Handeln zwingen kann. Es wurde schließlich Geld zur Verfügung gestellt – leider nicht genug. Unsere Aktionen haben vor allem das Problem sichtbar gemacht. Um große Ziele zu erreichen, müssen aber viele Bürger teilnehmen.

Das haben wir nicht geschafft. Ich wollte die physische Anwesenheit der Bürger, um wirklich etwas zu bewegen. Doch die am stärksten repräsentierte Gruppe bildeten die Obdachlosen. Immerhin haben wir es geschafft, ihnen eine Plattform zu geben – und das wollten wir ja.

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