Ausgabe
Februar 2013

Doppelausgabe


Dieser Artikel von Carina steht in der AusgabeFebruar 2013



KLEIDERLADEN

  • Dreikönigstraße, Ecke Talstraße 79102 Freiburg
  • Telefon: 07 61 – 70 65 39
  • Fax: 0761 – 7 04 35 92
  • E-Mail: kl at vfs-ev.de

KLEIDERANNAHME:

  • Mo 14:00-17:00 Uhr
  • Di 9:00-12:00 Uhr
  • Mi 9:00-12:00 und 15:00 - 17:00 Uhr
  • Do 15:00-17:00 Uhr

Außerhalb der Öffnungszeiten:
Spendeneinwurf Kleider-Container, Schwarzwaldstr. 31

KLEIDERAUSGABEZEITEN:

  • Mo 15:00-17:00 Uhr (für Wohn- sitzlose ohne Kleiderschein)
  • Di 9:00-12:00 Uhr
  • Mi 15:00-17:00 Uhr (nur für Frauen und Kinder)
  • Do 15:00-18:00 Uhr

Mit der Straßenbahn:

  • Straßenbahnlinie 1,
    Haltestelle: Brauerei Ganter

Mit dem Auto:

  • Talstraße, Kurzparkmöglichkeit bei Ablieferung

OUT FIT

  • Dreikönigstraße 1
  • 79102 Freiburg
  • Telefon: 0761 - 88 14 43 14

Öffnungszeiten:

  • Mo - Fr 15:00-18:00 Uhr und
  • Sa 10:00-13:00 Uhr



  • NEUE RÄUME – NEUE PERSPEKTIVEN



    Letztes Jahr kam die Meldung, dass ein Teil des Dreikönigshauses in der Schwarzwaldstraße statische Probleme in der alten und zum Teil denkmalgeschützten Bausubstanz hat und dadurch einsturzgefährdet ist. Damit war klar, dass auch die Vereinigung Freiburger Sozialarbeit (VFS) spätestens bis zum Frühjahr 2013 neue Räumlichkeiten für den bis dahin dort ansässigen Kleiderladen und die dazugehörige Secondhand-Boutique „Outfit“ finden musste.

    Waage

    Die intensive Suche nach einer möglichst zentralen Örtlichkeit endete dank städtischer Unterstützung vom Amt für Wohnraumversorgung im November 2012.
    Keine 200 m vom bisherigen Standort entfernt fand der Kleiderladen in der Dreikönigstraße 9 (Ecke Talstraße, neben der Dreikönig-Apotheke) eine neue Heimat.
    Was des einen Leid, ist des anderen Freud:
    Die dort bisher angesiedelte ehemalige Schlecker-Filiale bietet seit ihrer Schließung einen optimalen Ersatzplatz für den Kleiderladen. Gleichzeitig tragen diese neuen Räumlichkeiten zu wesentlichen Verbesserungen bei, denn sie sind nicht nur viel größer und schöner, sondern auch um einiges heller und freundlicher.
    Dadurch entsteht ein einladendes Ambiente zum Stöbern und Shoppen. Zudem konnte glücklicherweise sogar ein Großteil der Schlecker-Einrichtung beim Einzug übernommen werden, der nun bestens genutzt wird. Leiterin Sabine Dietsche (s. Foto unten) ist sichtlich zufrieden und freut sich insbesondere darüber, dass nicht nur die KundInnen von der freundlichen und offenen Atmosphäre profitieren. Seit dem Umzug in das neue Domizil haben die zahlreichen Mitarbeiter neben größeren schöneren Räumen (auch für sich selbst) zwar insgesamt mehr Arbeit – trotzdem wirkt sich der neue Standort für alle Beteiligten auch insgesamt um einiges vorteilhafter aus.

    Hier im neuen Kleiderladen können Interessierte sich ganz entspannt in Ruhe selbst umschauen und auswählen, was sie benötigen und was ihnen gefällt. Kein Anstellen und Gedränge mehr, wie an der früheren Ausgabestelle in den alten und sehr engen Räumen des Dreikönigshauses. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Kundschaft aus, sondern sorgt auch für mehr Ruhe und eine bessere Stimmung bei der Belegschaft.

    Waage

    Die großzügige Raumgestaltung entspricht jetzt auch eher der eines richtigen Ladens, anstatt der bisherigen Ausgabestelle im alten Gebäude neben dem Freiburger Essenstreff, wo sich oftmals lange Schlangen von Wartenden bis nach draußen bildeten.

    Dieses Mehr an Raum und Platz wird also auch dringend benötigt, denn fast täglich landen hier bergeweise Säcke mit unterschiedlichsten Textilien in Form von kostenlosen Spenden. Etwa 12 Tonnen ausrangierte Kleidung aus der Bevölkerung werden der Anlaufstelle monatlich gespendet – das sind mehr als 120 Tonnen im Jahr!

    Diese werden einzeln Stück für Stück gesichtet, auf Verwertbarkeit und Sauberkeit überprüft und sortiert, damit sie anschließend neue dankbare Besitzer finden können.

    Etwa ein Drittel dieser Sachen sind leider unbrauchbar, doch sie landen nicht – wie man vielleicht vermuten könnte – auf dem Müll, sondern werden komplett wiederverwertet, z.B. zur Herstellung von Bodenschutzmatten. Alles Brauchbare findet einen Platz auf den zahlreichen Regalen und Kleiderständen des neuen Kleiderladens. Neben unterschiedlichster Kleidung und Schuhen findet man dort auch alle möglichen Textilien jeglicher Art, wie z.B. Bettwäsche, Decken, Handtücher usw. und sogar Haushaltsgegenstände, Kinderspielzeug und Bücher.

    Um diese ganze Arbeit stemmen zu können, finden sich im Kleiderladen neben zwei hauptamtlichen Kräften, derzeit drei Mitarbeiter mit einer so genannten AGH vom Jobcenter sowie gut 25 ehrenamtlich Tätige, die hier Hand in Hand zusammen arbeiten. Manche dieser Ehrenamtlichen sind dort bereits seit über 35 Jahren tätig. Die Älteste von ihnen ist inzwischen 86 Jahre alt!

    Der Kleiderladen ist übrigens die älteste Einrichtung der Vereinigung Freiburger Sozialarbeit e.V. Bereits im Jahre 1945 wurde angesichts der Nachkriegsnot in Freiburg unter anderem eine Wärme- und Nähstube geschaffen. Von dort aus verteilte man die gesammelte Kleidung an Bedürftige. Daraus entstand der heutige Kleiderladen, der früher allerdings „Kleiderlager“ hieß.

    Das Ziel damals wie heute: Personen mit geringem Einkommen kostenlos und unbürokratisch schnelle Hilfe zu geben und sie mit Kleidung sowie Bettwäsche und Handtüchern zu versorgen.

    Darüber freuen sich in Freiburg inzwischen etwa 4.000 Menschen jährlich. Dazu zählen neben Hartz IV-Empfängern, Alleinerziehenden und Rentnern auch Wohnungslose, Durchwanderer, Haftentlassene oder Migranten. Die Voraussetzung, um unentgeltlich in den Genuss der gut erhaltenen Sachen zu kommen, ist ein so genannter Kleiderschein.
    Sie ermutigen diese, ihre Zukunft nach ihren Vorstellungen selbstständig aufzubauen und geben dabei passende Hilfestellungen.

    Waage

    . Diesen bekommt man bei den freien Trägern der Wohlfahrtsverbände, in sämtlichen Freiburger Anlaufstellen sowie im Sozial- und Jugendamt.

    Ganz in der Nähe des Kleiderladens hat inzwischen ebenfalls die dazugehörige Secondhand-Boutique „Outfit“ (rechtes. Foto) ihre neuen Räume gefunden und bezogen, und zwar in der Dreikönigstraße 1 – direkt schräg gegenüber vom bisherigen Standort im Dreikönigshaus. Und auch hier profitiert man von den vorteilhaften Veränderungen.

    So sind nicht nur die neuen Räumlichkeiten für Mitarbeiter und Kunden wesentlich größer (nämlich um fast das Doppelte) sondern auch das neue wunderschöne Ambiente entspricht nun endlich dem typischen Flair einer Second Hand Boutique.

    Durch die neue Örtlichkeit kommen inzwischen sowohl mehr als auch andere Kunden. Im neuen Ladengeschäft sind jetzt auch sämtliche Kleidungsstücke mit kleinen Preisschildern ausgezeichnet, die sich gezielt im günstigen Preissegment bewegen. Hier kann jede/r Interessierte nach Herzenslust in aller Gemütlichkeit stöbern und so manches hübsche und vor allem preiswerte Kleidungsstück entdecken und käuflich erwerben. Die dadurch erzielten Einnahmen kommen ebenfalls dem Kleiderlanden zugute.

    Wer nun glaubt, dass im „Outfit“ vorwiegend die schöneren oder teureren Kleidungsstücke (wie z.B. Markenartikel) landen, der irrt sich gewaltig, denn hier bestimmt nur eins das Auswahl-Kriterium: der spezielle Geschmack der typischen Secondhand-Kundschaft. Diese schätzt nicht nur, dass die bereits getragene Kleidung keine Schadstoffe mehr enthält, wie es bei Neuware nun mal häufig der Fall ist, sondern man freut sich insbesondere über Ausgefallenes und Kleidung, die nicht unbedingt von Marken oder modischem Mainstream diktiert wurde.

    Diese darf auch gerne mal außergewöhnlich oder schräg sein. In dem riesigen, bunt gemischten Sortiment werden also durchaus häufig die Anhänger ausgefallener Einzelstücke fündig. Und das ist oft genau die Kleidung, die von den Kunden des Kleiderladens eher weniger gesucht wird – insofern finden sich im Kleiderladen neben der für die einzelnen Zielgruppen benötigten Sachen eher auch mal gut erhaltene Marken-Kleidung.

    Die Kleidungsstücke für den Secondhand-Verkauf im Outfit verbleiben für mindestens 6 Wochen dort und werden bei Nichtverkauf anschließend zum Verteilen in den Kleiderladen gebracht. Für die Mitarbeiter ist es organisatorisch sehr wichtig, dass die anspruchsvollen Tätigkeiten bei der Kleider-Ausgabe ebenso wie bei der Kleider-Annahme zu bestimmten Zeiten stattfinden.

    Deshalb bittet die Leiterin beider Läden, Frau Dietsche, darum, Kleiderspenden bitte möglichst nur zu den (siehe linken Kasten). Annahme-Zeiten abzugeben.

    Die Kleiderannahme befindet sich nicht am Haupteingang in der Dreikönigsstraße, sondern – deutlich sichtbar beschildert – linkerhand an einem Nebeneingang des Gebäudes in der Talstraße.

    Übrigens befinden sich direkt auf der Zufahrtsstraße zum Eingang des Dreikönigshauses sowie auf dessen Rückseite auch noch zwei Kleider-Container, deren Inhalte garantiert dem Freiburger Kleiderladen zugute kommen – was einigen Freiburgern sehr am Herzen liegt.

    Außerdem möchte man mit unterschiedlichen Öffnungszeiten für die Betroffenen dafür sorgen, dass auch bestimmte Interessengruppen sich gut beraten fühlen. So gibt es zum Beispiel einen extra Ausgabe-Tag nur für Frauen und Kinder oder Sonderöffnungszeiten speziell nur für Wohnungslose.

    Letztere benötigen übrigens keinen Kleiderschein – es genügt der Vermerk „OFW“ (= Ohne Festen Wohnsitz) im Auswei
    s. Für diese Menschen stehen außerdem auch ungebrauchte Schlafsäcke und Isomatten sowie Taschen und Rucksäcke und sonstige Dinge des täglichen Bedarfs zur Verfügung, die oft über die Spendengelder des Fördervereins neu angeschafft werden.

    Was immer wieder vom Kleiderladen benötigt wird, sind neben Spenden von gut erhaltener Kleidung und Schuhen, auch alle möglichen sonstigen Textilien jeglicher Art, auch Vorhänge und Bettzubehör – allerdings bitte in einem sauberen und fehlerfreien Zustand. Am dringendsten fehlen immer wieder Herrenschuhe, da diese äußerst selten abgegeben werden.

    Daneben sind auch Spenden von allen möglichen Haushaltsgegenständen, Kinderspielzeug, Spiele und Bücher jederzeit willkommen. Aber bitte keine Möbel oder Kleinmöbel! Außerdem freut sich der Kleiderladen auch immer wieder über neue ehrenamtliche Helfer und Helferinnen, die diese wertvolle Arbeit aktiv unterstützen möchten, und sei es „nur“ stundenweise.

    Text & Fotos: Carina