die Strassenzeitung aus Freiburg



Ausgabe
Oktober 2011

Doppelausgabe


Dieser Artikel von Uli steht in der Ausgabe Oktober 2011



Filmfestival

Legrand

Mehr Informationen erhalten Sie in dem Interview mit Augustin Legrand dem Gründer von „Les enfants de Don Quichotte“ der das Zeltlager am Ufer des Canal Saint-Martin in Paris plante.









Interview mit Frau Heindl



Waage Frau Heindl

Frau Heindl, der Paritätische Wohlfahrtsverband Freiburg hat für das Filmfestival „ueberMut“ der Aktion Mensch die Städtekoordination übernommen. Was heißt Städtekoordination und machen Sie diese für ganz Deutschland oder nur für Freiburg?

  • Der Paritätische Wohlfahrtsverband, Kreisverband Freiburg, hat die Städtekoordination für diese 10 Filme des Festivals nur für Freiburg übernommen, also nicht bundesweit.

Können Sie uns etwas über die Inhalte und Themen des Filmfestivals sagen?

  • Das Festival hat ja den Übertitel „ueber Mut“, das heißt es geht um den Begriff Mut und dieser Begriff wird aus unterschiedlichen Perspektiven in den Filmen beleuchtet. Es ist ein Film über Obdachlose dabei oder über ein Pärchen (Monica und David) mit Down-Syndrom, das heiraten will.
  • Dann gibt es noch einen Film über sexuellen Missbrauch in Südafrika. Es sind alles Filme, in denen die Protagonisten viel Mut brauchen, um ihre Situation zu verbessern oder zu verändern.
  • Deshalb dieser Übertitel des Festivals „ueberMut“. Den Veranstaltern des Filmfestivals ist es wichtig, dass dieses Festival barrierefrei ist.
  • Dabei geht es ihnen nicht nur um eine Rampe für Rollstuhlfahrer, sondern um wesentlich mehr.

Können Sie uns etwas genauer erklären, was barrierefrei konkret bedeutet?

  • Wichtig ist erst einmal ein rollstuhlgerechtes Kino, damit man zum Filmfestival reinkommt. Dazu kommt, dass jeder Film mit Untertiteln für hörgeschädigte Menschen ausgestattet ist.
  • Die Publikumsdiskussionen sind mit Gebärdendolmetschern, damit Menschen die hörgeschädigt sind auch den Diskussionen folgen und an ihnen teilnehmen können.
  • Dann gibt es auch noch die Audiodeskription für Blinde. Ü ber Kopfhörer wird der Film für sie beschrieben, damit sie der Handlung folgen können.

Gibt es in Freiburg Kinos, die diese Technik haben?

  • Nein, nicht alle Kinos verfügen über diese Technik. Der Aktion Mensch war es in diesem Jahr ganz wichtig, dass das Filmfestival in jeder Hinsicht barrierefrei ist, weil die Aktion Mensch in diesem Jahr und auch für die Zukunft ganz stark am Thema Inklusion arbeitet. Inklusion heißt, die Einbeziehung aller Menschen in die Gesellschaft und die Gesellschaft hat die Aufgabe, diese so lebenswert zu machen, damit in ihr jeder Mensch leben kann.
  • Egal ob Menschen mit Besonderheiten, wie z. B. Behinderungen oder ohne, also alle Menschen. Deshalb war es der Aktion Mensch so wichtig, diese Technik für die Kinos anzuschaffen oder in den Kinos stattfinden zu lassen, die diese Technik bereits haben, damit jeder Mensch daran teilnehmen kann
  • . In Freiburg hat das Kommunale Kino diese Technik bereits und von daher war es klar, dass das Filmfestival hier stattfinden wird.
  • Zu jedem Film gibt es Filmpaten.

Was hat man sich darunter vorzustellen?

  • Ein Filmpate ist zunächst einmal eine Organisation, die inhaltlich zum Film passt, weil sie mit solchen Menschen arbeitet oder sich mit ihnen identifizieren kann. Die Filmpaten gestalten auch das Rahmenprogramm zum Film.
  • Dies kann im Anschluss am Film eine Diskussionsrunde oder auch ein kulturelles Rahmenprogramm sein. Der Paritätische hat in diesem Jahr die Filmpatenschaft für den Film „Monica und David“.
  • Wir haben uns in diesem Jahr für ein kulturelles Programm entschieden und deshalb haben wir für diesen Abend  „Die furchtlosen 7 ½ „ engagiert .
  • Das ist eine Gruppe von behinderten Menschen, die gemeinsam Musik machen.
  • Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und die Filmpaten schaffen die Rahmenbedingungen, um die Inhalte ihres Films dem Publikum näherzubringen.

Gibt es Filme, bei denen die Regisseure anwesend sind?

  • Ja, bei dem Film „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ ist die Regisseurin Ilona Ziok an diesen Abend mit dabei.  Das Filmfestival „ueberMut“ ist ja schon in vielen Städten gelaufen.

Können Sie vorab ein Resümee ziehen?

  • Soweit ich informiert bin, kam das Filmfestival in vielen Städten sehr gut an. Das hängt natürlich davon ab, wie stark der jeweilige Stadtkoordinator ist und die Filmpaten. Je stärker die Filmpaten dahinter stehen und ihren Film bewerben, desto besser ist der Besuch der Filme. Sicherlich hängt dies natürlich auch von der Größe der Städte ab.

Letzte Frage, Haben Sie persönlich einen Favoriten unter den Filmen?

  • Natürlich sind alle Filme gleichwertig, aber dadurch, dass wir die Paten für den Film „Monica und David“ sind, ist dies natürlich mein persönlicher Favorit. Dieser Film ist höchst anrührig und es ist eine Thematik, die heute sehr aktuell ist. Aber ansonsten finde ich alle Filme toll.

Vielen Dank für das Interview! Uli

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