ES GRÜNT SO GRÜN… !

Die „Schwarzwaldhauptstadt“ Freiburg im Breisgau ist die größte Stadt im südwestlichen Baden – Württemberg. Egal aus welcher Richtung man anreist, die Stadt ist mit dem Schwarzwald verbunden.

Südöstlich erhebt sich der über 1200 Meter hohe Schauinsland, der höchste Gipfel im Schwarzwald.

Mit über 1000 Metern ist Freiburg eine der Städte mit dem größten Höhenunterschied innerhalb des Stadtgebiets.
Durch die Stadt fließt der Fluss Dreisam, der auch Wasserlieferant für die Bächle in der Freiburger Innenstadt ist.

Als die Stadt Freiburg im Jahr 1120 durch die Herzöge von Zähringen gegründet wurde, erhielten die ersten Bürger mehr Rechte als in anderen Städten, wodurch Freiburg sich rasant zu dem bedeutendsten Handelszentrum im Südwesten entwickelte.

Freiburg im Breisgau ist eine kreisfreie Großstadt in Baden Württemberg, eine der schönsten und beliebtesten Städte Deutschlands, mit einer prachtvollen Altstadt und einer reizvollen Lage zwischen Kaiserstuhl und Schwarzwald. In Freiburg leben rund 220 000 Menschen, darunter etwa 30 000 Studierende der Universität, der Fachhochschulen und der Pädagogischen Hochschule.

Den wirtschaftlichen Wohlstand verdankt Freiburg vor allem den vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen aus den Dienstleistungssektoren der Medizintechnik, Pharmazie, Solarenergie, Biotechnologie und der Elektronikbranche.

WILLKOMMEN IN FREIBURG,
wo Wald das Gesicht unserer Stadt prägt. Er ist Ort der Erholung und unsere „grüne Lunge“. Ein grüner Ring umschließt die Stadt, und der Fluss Dreisam fließt mit einer Länge von 29 km durch die Stadt.

Von der Gemarkungsfläche sind 43% bewaldet. Rund ein Drittel davon befindet sich im städtischen Eigentum. Damit gehört Freiburg zu den größten kommunalen Waldbesitzern Deutschlands . Die Ausdehnung der Stadt in nordsüdlicher Richtung beträgt 18,6 Kilometer, in ostwestlicher Richtung 20 Kilometer.

Von der Gemarkungsgrenze sind es bis zur Grenze nach Frankreich 3 Kilometer, bis zur Grenze der Schweiz 42 Kilometer. Freiburg hat 28 Stadtteile, die vorwiegend zu statistischen Zwecken in 42 Stadtbezirke gegliedert sind.

Ach was ist das schön, ein Freiburger zu sein, dachte ich mir früher immer öfter, und heute eher weniger oft. Das hat natürlich seine Gründe:

Als ich im Jahre 1993 nach meinem Studium meine Heimatstadt Freiburg verließ, um nach Düsseldorf zu ziehen, war Freiburg eine Stadt für die Bürger und Touristen, eine attraktive Stadt mit Charme, vor allem in der Stadtmitte, und lud zum Verweilen ein.

Mindestens einmal pro Jahr besuchte ich meine Heimatstadt, und jedes Mal hatte sich das Stadtbild auf´s Neue verändert. Gebäude wurden umgebaut oder neue aufgebaut, oder alteingesessene Geschäfte verschwanden und wurden zum Beispiel durch 1 Euro Shops ersetzt.

Bei jedem Besuch entdeckte ich eine gravierende Veränderung, so dass ich über einen Zeitraum von 2 Jahrzehnten nur sagen kann, dass sich das Stadtbild so sehr verändert hatte, dass ich bei meinen oft zweiwöchigen Besuchen die Innenstadt gar nicht mehr, oder nur teilweise aufsuchte.

Der typische Freiburger Charme war weg. Kleinere Geschäfte können sich in der Innenstadt nicht mehr halten, verständlich bei Mietpreisen, zum Beispiel in der Rathausgasse, von bis zu 150 Euro pro qm. Was also übrig bleibt sind die bundesweit gleichen großen Geschäftsketten, die nicht beim Namen genannt werden müssen, da wir sie ja eh alle nur zu Genüge kennen.

In den 80er Jahren war der Bertoldsbrunnen ein cooler Treffpunkt für Jugendliche und andere subkulturellen Jugendgruppen. Das Freiburger Stadtbild und das Feeling waren tolerant, bunt und Multikulti. In der Kaiser-Joseph-Straße luden Bänke zum Verweilen ein, auch Liegewiesen an der Dreisam gab es.

Ich selbst lebe im Stadtteil Oberau. Der Stadtteil liegt südlich des Schlossbergs und des Hirzbergs und wird in seiner Ost-West- Ausdehnung von der Dreisam und dem Gewerbekanal duchflossen.

Shoppen und mal Abends was unternehmen, das mache ich in der Altstadt, dem historischen Kern von Freiburg. Zwischen Schwabentor, Siegesdenkmal, Stadttheater und Martinstor wo sich der Mittelalterliche Ortskern befindet, mit vielen Geschäften, Restaurants, Kneipen und Clubs und vielen anderen Unterhaltungsmöglichkeiten.

Studiert habe ich im Stadtteil Haslach, das früher mal ein Dorf war, von dem natürlich heute nichts mehr übrig geblieben ist, da es im Jahre 1891 nach Freiburg eingemeindet wurde und von der Stadt geschluckt.

Gerade jetzt sitze ich im Stadtteil Stühlinger in der Redaktion des FREIeBÜRGER. Ab 1875, zwischen Bahnhofsgelände und der Eschholzstraße, begann der Stühlinger langsam zu entstehen. Anders als bei historisch gewachsenen Dörfern, die einen alten Dorfkern besaßen, ging man im Stühlinger planmäßig vor.

Die Straßen wurden in quadratischen Blöcken angelegt. ...sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben...???

Viele Rasenflächen, die doch so schön zum Relaxen und Entspannen einluden, wurden durch kalte, graue Steinplattenarchitektur ersetzt. Wie toll, dass die Stadtoberen von Freiburg am längeren Hebel sitzen, und zum Beispiel ganz aktuell aus der Wiese am Platz der Alten Synagoge eine teure, architektonisch graue Steinwüste für viel Geld entstehen lassen wollen.

Wie vor Jahren auch die große Liegewiese an der Dreisam dem Dreisam Ufercafe, heute Cafe Extrablatt, weichen musste. Ich sehe nur eines, dass meine Heimatstadt Freiburg auf Kosten von Grünflächen und Naturschutz wächst und wächst und wächst!

Hier meine Frage an Alle:

„Wo ist Freiburg den noch eine grüne Stadt?“

Alle Ampeln in der ganzen Stadt haben kurze Schaltungsphasen, was Staus ohne Ende zur Folge hat, vor allem auf der Schwarzwaldstraße, trotz des Kappeler Tunnels, der ja den Verkehr entlasten sollte.

Man kann sich vorstellen, wie hoch die Schadstoffausstoßwerte sein müssen, und da sollte man nicht vergessen, dass unser ach so „grüner“ Bürgermeister Dieter Salomon (mit seinem dicken Audi A8) auch einen Teil der Freiburger Schwarzwaldluft verschmutzt. Seit 12 Jahren regiert er als grüner Oberbürgermeister unserer bewunderten „Green City“ !

Es ist ja toll, wenn unter anderem Delegationen aus China nach Freiburg kommen, um den autofreien Stadtteil Vauban zu besichtigen, aber zeigen sollte man denen dann auch all die anderen Stadtteile, die nicht Autofrei sind und vor Autos überquellen.

Unter Dieter Salomon wurden und werden nicht nur „grüne“ Entscheidungen getroffen. Der SC FREIBURG braucht ein neues Stadion! Wirklich? Die nächste Grünfläche, die einem Betonklotz weichen muss!

Die Stadt Freiburg und der Sport-Club Freiburg schlagen vor, die Option eines möglichen Standorts für ein neues Stadion auf dem Flugplatz am Wolfswinkel näher zu prüfen und dabei die verkehrliche Anbindung, die Vereinbarkeit mit dem Flugbetrieb, Umweltfragen und die Grundstückssituation detailliert zu untersuchen.

Die Ergebnisse der Detailuntersuchungen zum Standort Wolfswinkel sollen möglichst bis zur Sommerpause vorliegen. Der Vorschlag Wolfswinkel betrifft das Areal im nördlichen Bereich des Flugplatzes, begrenzt im Westen durch den nördlichen Abschnitt der Reserveflächen für die Universität, im Osten durch die Sicherheitszonen des Flugplatzes, der Landebahn und des Areals für Segelflieger, und im Norden durch die rekultivierte frühere Mülldeponie Wolfsbuck.

Das Areal ist ausreichend groß für den Bau eines reinen Fußballstadions mit bis zu 35 000 Plätzen. Meine Meinung ist ja, lieber ein ausverkauftes kleines Stadion, als ein halbvolles Großes.

Herr Oberbürgermeister Salomon, es gibt so Vieles, das die Stadt Freiburg dringender braucht als ein neues Stadion.

  • Was, wenn der SC mal wieder absteigt?
  • Wer bleibt auf den Kosten sitzen?
  • Wer trägt das Risiko?

Ich wünsche dem SC, dass er dort bleibt, wo er ist, in der 1. Liga, und sollte er absteigen, verliert meiner Meinung nach das Stadion eh jegliche Legitimation. Jeder darf ja seine Meinung haben und äußern.

Freiburg wächst auf Kosten von Grünflächen und Naturschutz! Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein über Freiburg, ich fahre mit dem Fahrrad an der Dreisam entlang, vorbei an den grünen Wiesen, die aber ab der Liegewiese neben dem Cafe Extrablatt so zugemüllt sind, dass wenig Grün zu erkennen ist.

Pizzaboxen, Bierflaschen, Plastiktüten, Einweggrillschalen und vieles mehr liegt da auf der Dreisamuferwiese ´rum, erstreckt sich über Kilometer, und ich bin einfach nur fassungslos.
Ich kann gar nicht soviel essen, wie ich kotzen möchte bei diesem Anblick und der Tatsache dass es so viele Dreckschweine gibt, die sich an der Dreisam einen schönen Tag machen und dann Abends nachhause gehen und einfach ihren Müll liegen lassen.

Ich denke für einen Augenblick, es könnte ja sein, dass es nicht mit Absicht passiert und man es vergessen hat. Aber vergessen wirklich Hunderte ihren Müll mitzunehmen?

Nein, natürlich nicht, es ist die absolute Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit gegenüber der Natur und Umwelt.

Ja, mir fehlen gerade die Worte, und das kommt nicht sehr oft vor.
Nicht vergessen :

Die Natur braucht uns Menschen nicht, aber wir Menschen brauchen die Natur !


Oliver

April 2014

Dieser Artikel von Oliver
steht in der Aprilausgabe 2014