Essay von H. M. Schemske über das "Hamburger"-Logo

Die im Jahre 1998 gegründete Freiburger Straßenzeitung Der FREI(e)BUERGER ist die Zeitung eines wohnhaften (!) Freiburgers (oder wahnhaften?) und zugleich freien Bürgers. Hier ist ein wenig Da-Da zu erkennen, mit der Bosheit des deutschen Dadaisten George Grosz, man sieht aber auch die Bissigkeit eines Karl Kraus, angereichert mit dem Wortwitz eines Karl Valentin. Wer steckte hinter der Idee und den Mut, neben der Badischen überhaupt eine Zeitung zu machen?

Uwe

Die Gründer, deren geistiger Kopf ohne Zweifel war Uwe Baranek (der Philosoph in der Tonne, leider viel zu früh verstorben), sowie der geniale Zeichner Rolf, der eloquente "Redakteur" und ich selbst, als Tipper-Bruder auf dem 286er Schlepptop von 1986, ohne Batterien, mit dem allerersten Word 1.0 und dem Windows 2.0, schon damals eine Rarität, die übrigens bis heute funktioniert und die insgesamt sieben Vereinsgründer ohne Namensnennung, ohne Büro.

Die ersten drei Ausgaben der Zeitung entstanden in den Gängen der FH, weil es da Steckdosen gab, die Verkäufer- und Redaktionssitzungen fanden am Treffpunkt "Rotteckring" statt.

Im Jahre 1998 gab es noch ein Bettelverbot in unserer Stadt.

Mit dem selbst gedruckten Verkäuferausweis konnte der tägliche Broterwerb (Betteln & Schnorren), was durch das Verbot schwierig war, einfacher gestaltet und zugleich den Ordnungshütern Paroli geboten werden, für alle Beteiligten war das sehr lustig.
Diese innere Freude, das chaotische Nebeneinander der Bewusstseinsinhalte (Da-Da!), wurde auch kräftig durch das Logo des Burgers ausgedrückt:

Der fliegende Frei-Burger, in dem wir als Passagiere wie in einem Ufo der Freiheit sitzen und abheben.
Aber auch die Freiburger Politiker, Promis, Polizisten und der damalige "Ober-Burger-meister" Rolf Böhme wurden oft und gerne inhaltlich im FREI(e)BURGER verbraten.

Nach nunmehr über zig Ausgaben, hat sich einiges geändert, es werden nicht mehr wie damals, als wir in einer unseren ersten Ausgaben einen Artikel über den Zustand der Freiburger Toilettenhäuschen hatten, in Handarbeit bei den Exemplaren jeweils noch ein Blatt Klopapier an die Zeitung getackert, das den Sinn hatte den eventuellen Notstand, der in den besagten Toiletten auftreten konnte, abzuhelfen.
Das Chaos heutzutage ist sehr verfeinert, wie man an den heutigen Ausgaben hoffentlich unschwer erkennen kann.

Wer einen kompletten Ersten Jahrgang der Zeitung im Keller hat, mag sich glücklich schützen, diese Originale mit dem Burger hatten den Biss, den sie den Gründern verdankten, und den ich dem heutigen Redaktions-Team, den vielen Mitarbeitern, ehrenamtlich wie ich, oder als Verkäufer, auf allen Platten, ob im Freien oder im PC oder am Crash, mit auf den Tipp(el)-Weg wünsche!


H. M. Schemske, Freiburg 2005

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