WIR HABEN GEBURTSTAG!

Jetzt ist es tatsächlich soweit: FREIeBÜRGER gibt es nun wirklich schon 15 Jahre! Eigentlich unglaublich und ich denke auch nicht, dass es in unseren Anfangsjahren allzu viele Menschen in Freiburg gab, die uns das zugetraut hätten! Einige von uns hatten da ja sogar ihre Zweifel!

Uli Männchen Uli Männchen

Aber es war ja auch nicht wirklich immer einfach in dem vergangenen anderthalben Jahrzehnt! Alle zwei oder drei Jahre tauchte mal wieder ein neues Riesenproblem auf, oft genug kamen wir an unsere Grenzen und mehr als einmal stellten wir uns die Frage, ob das Ganze überhaupt noch Sinn macht. Aber wie Sie wissen, haben wir dann jedes Mal eben erst recht weitergemacht, gingen sogar noch gestärkt aus den verschiedenen Krisensituationen hervor und so stehen wir heute also vorm 15-jährigem Jubiläum!

Neulich habe ich mal wieder alte Ausgaben durchgeblättert und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, was sich bei uns alles verändert und vor allem wie sich der FREIeBÜRGER entwickelt hat. Als die Zeitung 1998 gegründet wurde, gab es eigentlich nichts außer der Idee und ein wirklich sehr grobes Konzept.

Genau genommen waren da ja sogar noch ein paar "egoistische Motive" im Hinterkopf der Macher, wie zum Beispiel das Umgehen des Bettelverbotes, endlich mal seine Meinung sagen zu dürfen usw. aber das eben alles völlig legal! Damals hatte keiner so richtig Ahnung, wie man eine Zeitung macht, was da alles dazu gehört und der ganze technische Kram, den man dafür benötigt, war eh nicht vorhanden!

Es wurde halt einfach drauflos geschrieben, über alles Mögliche was gerade unter den Nägel brannte und 'ne große Portion Idealismus glich das Fehlen an Erfahrung oder technischem Wissen wieder aus. Vor allem war irgendwie immer Spaß dabei, schon bei den Redaktionssitzungen der ersten Wochen, Monate oder Jahre, wenn die - damals noch zahlreicheren - Schreiber ihre Themen vorstellten, über die sie gedachten zu berichten

. Entweder gab es zustimmendes Gelächter oder erstauntes Kopfschütteln oder man wusste gar nicht was dem jeweiligen Redakteur gerade durch den Kopf schoss. Wenn es dann aufs Monatsende zuging, ist aber trotzdem immer was Konstruktives dabei herausgekommen, auch wenn damals jede Menge Beiträge völlig spontan entstanden sind.

Ich erinnere mich da beispielsweise an Zippis Kolumnen, die er manchmal nachts mit ca. 2 Promille im Schädel schrieb, die aber trotzdem immer klar und aussagekräftig waren!
Oder die Diskussionen die wir führten, über Kommunal-, Bundes- oder Weltpolitik, wenn gerade mal wieder etwas wirklich Wichtiges passierte.

Zwar haben wir schon irgendwie dieselbe Weltanschauung und ähnliche politische Einstellungen, aber bei manchen Themen waren wir dann manchmal doch verschiedener Auffassungen und so gab es schon das eine oder andere Mal hitzige Gesprächsrunden in der Redaktion, wie wir über verschiedene Ereignisse berichten sollen oder wollen.

Und selbst diese ausdiskutierten kleinen Meinungsverschiedenheiten bargen Konstruktives in sich und verbesserten meist das Niveau der Ausgabe. Doch nicht immer beließen wir es nur beim geschriebenen Wort, oft genug folgten Taten, was belegt, dass wir hinter dem stehen, was wir veröffentlichen.

So waren wir beispielsweise bei der Demo gegen Rechts 2002 gemeinsam mit mehr als 20.000 Bürgern der Stadt auf der Straße, wir forderten schon 1998 das Sozialticket im Nahverkehr, waren an der Einführung des Freiburger Sozialpasses auch nicht ganz unschuldig und bei der Arbeitsamtsbesetzung standen wir natürlich auch in vorderster Front!

Irgendwie waren wir in den ganzen Jahren eh mehr wie eine Familie, als etwa nur Arbeitskollegen. Natürlich hatten wir im Laufe der Zeit den einen oder anderen personellen Wechsel, wo passiert das nicht, aber ein "harter Kern" an FREIeBÜRGER-Mitarbeitern blieb über die Jahre hinweg zusammen und wurde durch die verschiedenen bewältigten Probleme und Krisen fest zusammengeschweißt!

Und wie es sich für eine richtige Familie gehört, haben wir auch außerhalb der Redaktionsräume vieles gemeinsam unternommen und unseren Spaß zusammen gehabt, sei es bei Grillpartys, Konzerten oder auf irgendwelchen Reisen und Urlaubsfahrten. Inzwischen hat sich unser Outfit geändert, die Zeitung sieht professionell aus und nicht mehr wie von Hand gemacht, die Artikel entstehen nicht mehr nur spontan und sind genauer recherchiert, wir sind kein "Null-Ahnung-Häufchen" mehr, sondern ein kleiner Familienbetrieb!

Das zeigt sich an der Resonanz und Anerkennung in der Freiburger Bevölkerung, die wir uns inzwischen erarbeitet haben und auch in der Tatsache, dass es uns gelungen ist eigene Arbeitsplätze zu schaffen! Aber egal, wie sich das Erscheinungsbild des FREIeBÜRGER auch gewandelt hat, unseren Zielen sind wir treu geblieben, wir machen immer noch auf Missstände aufmerksam, wir sind weiterhin Sprachrohr für diejenigen, die keine Stimme haben und wir haben uns unsere "autonome Anarchie" bewahrt! Auch wenn uns unser Chefredakteur Uli im März diesen Jahres verlassen hat, werden wir in diesem Sinne weitermachen, auch nochmals 15 Jahre!    

Carsten


Ausgabe
Juni 2013

Doppelausgabe


Dieser Artikel von Carsten steht in der Ausgabe Juni 2013